Aminosäuren und Anti-Aging

Aminosäuren als Bestandteil der Anti-Aging Medizin



Kaum ein medizinisches Thema hat in den letzten Jahren für so viel Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit gesorgt, wie die Frage nach den möglichen Strategien, Alterns- und Abbauprozesse des menschlichen Körpers aufzuhalten oder zumindest zu verzögern.

Dies ist nicht weiter verwunderlich, denn jeder will zwar alt werden, aber keiner alt sein oder sich fühlen.

Inwieweit sich dieser Wunsch in naher Zukunft erfüllt, lässt sich noch nicht sagen.

Immerhin sind die Erkenntnisse, die Wissenschaftler über Ursachen und Bekämpfung von Alterungsvorgängen gewonnen haben, so vielversprechend, dass sich hieraus ein ganz neuer Zweig der Präventiv-Medizin entwickelt hat, die Anti-Aging Medizin.

Aminosäuren werden als Bestandteil der Anti-Aging Medizin angesehen.

Hormonelle Veränderungen

Im Vordergrund der hormonellen Veränderungen steht zum einen die Abnahme der Geschlechtshormone, wie vor allem der Östrogene (Menopause), des Testosterons (Andropause) und

des Dehydroepiandrosterons (DHEA) bzw. DHEA-Sulfats (Andrenopause).

Zum anderen kommt es aber auch zu einer Verringerung des Wachstums-hormones (Somatopause). Gerade dem Absinken des Wachstumshormonspiegels wird in neuerer Zeit eine besondere Bedeutung für das Fortschreiten von Alterungsvorgängen beigemessen.

Das Wachstumshormon (Somatotropes Hormon, Somatotropin, STH) wird in der Hypophyse gebildet. Seine Freisetzung wird durch den Somatotropin Releasing Faktor und das Somatostatin des Hypothalamus reguliert. Ein Teil der Wirkung erfolgt nicht über das Wachstumshormon selbst, sondern den Insulin-like growth factor 1, der in der Leber unter Einwirkung des Wachstums-hormons freigesetzt wird. Wichtige physiologische Funktionen des Wachstumshormons bestehen in einer Beteiligung an der Zellteilung und dem Gewebewachstum sowie in einer gesteigerten Amino-säuren-Aufnahme in den Muskelzellen, der Anregung der Proteinsynthese und der Stimulierung des Fettabbaus.

 

Glutamin

Verschiedene Aminosäuren spielen in der Anti-Aging Medizin vor allem deshalb eine Rolle, weil sie die Ausschüttung des Wachstumshormons anregen. Glutamin ist vermutlich dieAminosäure, mit der dies unter praktischen Bedingungen am besten gelingt. So konnte bei Personen im Alter von 32 bis 64 Jahren durch die orale Verabreichung von 2 g Glutamin eine im Vergleich zur Placebo Gruppe um das Vierfach erhöhte Plasmakonzentration an Wachstumshormon gemessen werden. Der Autor der Studie weist darauf hin, dass Dosierungen

unter 1 g vermutlich nicht ausreichen, aber auch wesentliche höhere Mengen ineffektiv sein können, da sie den Abbau von Glutamin in der Leber beschleunigen.

Arginin und Lysin

Auch Arginin gehört zu den Aminosäuren, die die Ausschüttung des Wachstumshormons steigern. In einer Placebo kontrollierten Doppelblindstudie an Frauen in der Postmenopause,

wurde durch die orale tägliche Verabreichung von 9 g Arginin über einen Zeitraum von 1 Monat eine Erhöhung des Wachstumshormons erzielt. Eine italienische Studie deutet darauf hin, dass Lysin die Wirkung von Arginin verstärkt. In dieser Studie war die kombinierte Vera breichung von 1200mg Lysin und 1200 mg Arginin an männlichen Probanden im Alter von 15 – 20 Jahren im Vergleich zur Einnahme von Arginin alleine 10 mal wirksamer. Eine Untersuchung an gesunden älteren Personen hat ergeben, dass eine tägliche Zufuhr von 17g Arginin über
einen Zeitraum von 14 Tagen, zu einer signifikanten Erhöhung des IGF 1 geführt hat. Das Wachstumshormon wurde in dieser Studie nicht gemessen.

Glycin

Glycin spielt eine bedeutende Rolle bei der Synthese von Bindegewebeeiweiss. In anabolen Phasen besteht ein hoher Bedarf an dieser Aminosäure. Entsprechend droht bei unzureichender Zufuhr ein vermehrter Abbau von Bindegewebeeiweiss. Glycin erleichtert das Abrufen gespeicherter Informationen (Hirnfunktion). Bei älteren Personen erhöhte es auch die Aufmerksamkeit. Dabei war eine Wirksamkeit bereits nach einmaliger Gabe einer geringen Dosis von nur 100 mg auf nüchteren Magen feststellbar. Weiterhin ist Glycin an Entgiftungs-reaktionen in der Leber beteiligt. In Reinform eingenommen, kann es die Hypophyse zur verstärkten Ausschüttung von STH (Somatotropes Hormon, Somatotropin) anregen. Dies geschieht einmal durch hohe intravenöse Dosierungen von 250 mg pro Kilo Körpergewicht aber auch durch die orale Zufuhr von ca: 6 g Glycin.  

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Nährstoffe

pro 100 g

Tagesportion 6 g

Energie

1556.74 kJ
(372.59 kcal)

93.40 kJ
(22.35 kcal)

Fett

0,0 g

0,0 g

Kohlenhydrate

11.48 g

0.68 g

Eiweiss

83.33 g

4.99 g

L-Glutamin

50.0 g

3.0 g

L-Lysin

13.0 g

0.78 g

Glycin

12.0 g

0.72 g

L-Arginin

11.0 g

0.66 g

 

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Nährstoffe

pro 100 g

Tagesportion 6 g

L-Glutamin

50.0 g

3,00 g

L-Lysin

13,0 g

0,78 g

Glycin

12,0 g

0,72 g

L-Arginin

11.0 g

0,66 g

 

Quellen: Felicitas Reglin: Aminosäuren in der Orthomolekularen Medizin 2 Auflage / Ralf Reglin Verlag Köln / Deutschland
11. Aminosäuren als Bestandteil der Anti-Aging-Medizin
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